DAB+ Radiobausatz aus der Schweiz  

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Ein DAB+-Radio selber bauen, das scheint jenseits der Möglichkeiten eines Bastlers zu liegen. Außer wenn es einen fertigen Bausatz gibt. Und den gibt es in der Schweiz. Dort wird der Umstieg auf DAB+ mit Hochdruck vorangetreiben. Deshalb wurde dort das Radio-Portal www.digitalradio.ch gegründet.  Und es wurde ein Bausatz entwickelt, der kostenlos an Schulen abgegeben wurde. In der www.radiowerkstatt.ch findet man eine Bildergalerie von kreativen Gehäuseentwürfen der Schweitzer Schüler. Einer dieser Bausätze fand seinen Weg über den Franzis-Verlag zu mir. Es war ein Einzelstück und wird wohl kein Franzis-Projekt werden.



www.digitalradio.ch/de/projekte/werkstatt-2013-14/index.php

Das verwendete DAB+/UWK-Modul vom Typ  Verona FS2052 wird auf die Hauptplatine aufgesteckt. Ich habe alles einmal auf dem Tisch nach dem beiliegenden Plan zusammengesteckt, und es lief prima.  Auch der Klang der kompakten Lautsprecher war super. Der komplette Schaltplan findet sich auch im Netz: www.radiowerkstatt.ch/downloads-3/files/radiowerkstatt_schema.pdf. Bemerkenswert ist, dass das das Verona-Modul auch das ganze Bedienerinterface enthält. Das LCD hängt am I2C-Bus. Alle Tasten und der Encoder werden über zwei AD-Eingänge abgefragt, wobei die einzelnen Tasten die Widerstände 0 k, 1,5 k, 4,7 k, 10 k und 91 k anlegen. 




Der erste Versuch war also erfolgreich. Aber damit es auch langfristig nicht kaputt geht musste ein Gehäuse her. Ich habe mich für das des MP3-Verstärkers von Franzis entschieden. Da kann man leicht die passenden Aussparungen schneiden. Außerdem habe ich jetzt Klemmen an der Rückseite um auch andere Lautsprecher anzuschließen.




Derzeit läuft das Radio an zwei Boxen einer größeren Stereoanlage. Es ist ein vollwertiges DAB+/ULW-Radio mit sehr gutem Klang und sehr guter Lautstärke. Interssant sind auch die vielen Einstellmöglichkeiten und Anzeigen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass nur DLF noch die alte DAB-Norm verwendet, alle andern aber DAB+. Das liegt vielleicht daran, dass die Hörer des Deutschlandfunks besonders beharrlich an den alten Gewohnheiten festhalten und z.B. lange Zeit noch gerne die Mittelwelle hörten. Deshalb hat ja DLF als letzter noch auf Mittelwelle gesendet. Jetzt sind viele sauer (ich auch), dass manche nur 60 Jahre alte (also praktisch fabrikneue) Röhrenradios DLF nicht mehr empfangen können. Und dann hatte man sich zu DAB überreden lassen, und schon wieder wurde die Norm geändert und eine Generation Radios entwertet. Tatsächlich kann man mit den ersten DAB-Radios immer noch den Deutschlandfunk hören, aber sonst nichts mehr außer UKW, was ja immer mit eingebaut war.

Jetzt müsste man nur noch DLF mit DAB+ empfangen und dann über einen Mittelwellenmodulator auf 549 kHz auf das Röhrenradio übertragen, dann wär die Welt wieder in Ordnung....


DAB+ Radio-Varianten von Paul Salomon:

Ich hab jetzt schon einige DAB+ Radios von innen gesehen und auch ein paar repariert. Es scheint absolut üblich zu sein dass die komplette Peripherie am DAB+ Chipsatz hängt. Bei Radios mit mehr Knöpfen wird einfach eine längere Kette mit mehr Widerständen an die Analog-Ports drangehängt. Bei manchen Radios mit etwas mehr Wumms hängen noch ein paar Komponenten mehr dran wie ein digital gesteuerter Equalizer und ein digital gesteuerter Klasse D Verstärker...

Soweit ich das bisher gesehen habe ist das Verona Modul oder ein ähnliches in ziemlich vielen Radios drin. Ich selbst hab drei Radios mit Verona (zwei Standgeräte von Dual und ein mobiler Empfänger von Philips) und eines mit irgendeinem Exot (Dual DAB 1A), das sieht komplett anders aus. Ist aber auch wie das Verona auf zwei Buchsenleisten gesteckt. Firmware sitzt bei dem Verona auf nem kleinen 8-beinigen seriellen Flash-Chip, wenn ich das richtig gesehen habe.


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