Labortagebuch Januar 2020

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27.1.20: Ein defekter Tastschalter



Der Taster in meinem zehn Jahre alten LED-Tester ist mit den Jahren immer unzuverlässiger geworden. Aufgeschraubt und nachgesehen: Es ist ein großer Taster, wie er auch im Retro-Gedächtnistrainer verwendet wird. Da hatte ich noch einige Muster und konnte deshalb einen neuen einbauen. Aber natürlich wollte ich wissen, was denn mit dem schlechten Taster los war. Also habe ich ihn geöffnet.



Die Verfärbungen auf der Oberseite des Knackblechs sehen sehr nach Oxidation aus. Im Inneren sieht es an der entscheidenden Kontaktstelle eher nach einer Verschmutzung aus. Offensichtlich reichen kleinste Schmutzreste für solche Kontaktprobleme. Mit dem neuen Taster funktioniert jedenfalls jetzt alles wieder perfekt, vermutlich für die nächstem zehn Jahre.




20.1.20: Erster Durchbruch einer LED


Bei der Arbeit an einem Lernpaket und dem LED-Spannungswandler aus der Bastelecke entstand die Frage, wie empfindlich eine weiße LED gegen hohe Sperrspannungen ist. Setzt man nämlich die LED falsch herum ein, arbeitet der Sperrwandler im Leerlauf und erzeugt hohe Spannungsimpulse. Bei den ersten Versuchen mit dem Spannungswandler war mir vor vielen Jahren tatsächlich eine weiße LED kaputt gegangen. Die Frage war also, ob heutige LEDs weniger empfindlich sind. Die Leerlaufimpulse lassen sich über die Eingangsspannung einstellen. Bei 2 V entstehen Induktionsimpulse bis etwa 100 V. Also habe ich die LED invers eingesetzt und langsam die Spannung erhöht. Die Impulse werden dabei auf knapp 80 V begrenzt. Und - die LED leuchtet!



Das bedeutet offensichtlich, dass die LED in den ersten Durchbruch kommt und wie eine Zenerdiode leitet. Dass dabei auch Licht erzeugt wird, finde ich erstaunlich. Aber ich erinnere mich an ein rotes LED-Display aus einem der ersten Taschenrechner, bei dem ich Ähnliches beobachtet hatte. Bei einer ausreichend großen Sperrspannung erschien ein Leuchten, aber nicht mit roter, sondern mit weißlicher Farbe.

10.1.20: Gefälschte Transistoren von Günther Zöppel



Eigentlich wollte ich ja am gerade laufenden Schaltungs-Wettbewerb 2019 bezüglich des JFET´s J113 teilnehmen und hatte mir dazu die Realisierung eines Direktmischempfängers vorgenommen. Da ich nicht im Besitz des zugehörigen Adventskalenders bin, habe ich mir einige J113 bei dem chinesischen Lieferanten Aliexpress bestellt. Nach ziemlich langer Wartezeit kamen die vermeintlichen JFET´s auch an, ein Test derselben am Transistortester zeigte jedoch an, dass es sich um  normale PNP-Transistoren handeln würde. Das wollte ich zunächst nicht glauben und misstraute meinem selbstgebauten Transistorprüfgerät.



Ich erinnerte mich an einen Beitrag im Elektroniklabor, wo ein Test auf JFET-Verhalten mittels Ohmmeter beschrieben war. Dieser Test verlief ebenfalls negativ, das Ohmmeter zeigte genauso wie mein Prüfgerät, dass es sich um pnp-Transistoren handeln würde. Recherchen im www brachten zutage, dass es mir nicht allein so ergangen ist. Aliexpress wird ziemlich oft in Verbindung mit Fake-Bauelementen genannt. Eine Beschwerde dort wurde abgewiesen, es wurde mir versichert, dass alle in Bestand des Lieferanten befindlichen JFET´s in Ordnung wären. Na ja, die paar Cent kann ich verkraften, und die gelieferten Transistoren sind ja trotzdem als pnp-Typen nutzbar. Daher habe ich von weitergehenden Beschwerden abgesehen, möchte mit diesem Beitrag aber potentielle Käufer vorm Bestellen dieses Typs warnen: https://www.aliexpress.com/item/33020773161.html?spm=2114.13010708.0.0.6a8d4c4d5YpcBS





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