Labortagebuch Februar 2018

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Einfache 50-Ohm-Dummyload



Für die Entwicklung meines kleinen Kurzwellensenders habe ich mir einen provisorischen Lastwiderstand mit 50 Ohm gebaut. Er besteht aus drei parallelen 2-Watt-Widerständen mit je 150 Ohm. Ich messe dann mit dem Oszilloskop die HF-Spannung. Wenn ich  20 Vss finde, beträgt die Scheitelspannung Us = 10 V und die Effektivspannung Ueff = 7 V. Die Sinusleistung ist dann 10 V * 10 V / 50 Ohm / 2 = 1 W.

Jetzt habe ich mal ganz unvorsichtig meinen neuen alten SSB-Transceiver Kenwood  TS520S drangehängt. Schneller als ich abschalten konnte gab es eine Rauchwolke. Der Lack ist ab! Aber das Ohmmeter zeigt immer noch 50 Ohm, die Widerstände funktionieren also noch. Für eine ganz kurze Leistungsmessung habe ich die ganze Dummyload einfach in eine Tasse mit klarem Wasser gelegt. Bei voller Leistung höre ich ein zischelndes Geräusch. Es kommt vermutlich nicht von kochendem Wasser, sondern von einer HF-Elektolyse. Aber es hört sich so gefährlich an, dass ich den Test möglichst schnell wieder beende. Nach etwa zehn Sekunden ist das Wasser nur gerade merklich wärmer geworden. Aber in der kurzen Zeit konnte ich die maximale Ausgangsleistung einstellen und die Spannung am Oszi ablesen. Bei 3,5 MHz waren es 200 Vss, also 70 Veff. Die Ausgangsleistung beträgt damit immer noch genau 100 W.


15.2.18: AM-Modulator überarbeitet



Der AM-Modulator von Modul-Bus hat so viele Interessenten gefunden, dass nun eine neue Serie aufgelegt wird. Bei der Gelegenheit wurden zwei kleine Änderungen durchgeführt, um die Montage der Buchsen und der Schraubklemmen zu vereinfachen. Besonders die Audiobuchse hat nun einen neuen Footprint. Ich musste dazu etwas tiefer in mein Platinenprogramm Target 3001 einsteigen. Von Klaus Hagemann habe ich seinen Entwurf für die Audiobuchse bekommen, der in Eagle gezeichnet war. Er konnte in Target übernommen werden, wobei  ich allerdings die Langlöcher überarbeiten musste. Wieder was gelernt...

8.2.16: Oszi-Messspitzen reparieren



Manchmal fällt mir das Oszi-Kabel vom Tisch. Die Messspitze schlägt hart auf dem Boden auf und verbiegt sich. Einmal zurückbiegen geht noch, aber beim zweiten Mal bricht sie ab. So sind schon viele Messkabel durch mein Labor gewandert. Aber jetzt habe ich eine Möglichkeit zur Reparatur gefunden. Ich löte einfach die Spitze einer ganz normalen Stecknadel an. Das hat sogar noch einen großen Vorteil. Ich kann die Spitze dann in eine Steckplatine stecken und muss sie nicht am Messpunkt festhalten. Auch die größere Länge ist oft von Vorteil, wenn es um enge Stellen geht. Und wenn sie dann doch wieder abbricht, kostet mich das nur ein müdes Lächeln und eine neue Stecknadel.

Nachtrag: geschraubte Spitze von Paul Salomon
Ein ordentlicher Tastkopf hat eine geschraubte Spitze, die man einfach wechseln kann.  https://de.rs-online.com/web/p/oszilloskop-tastkopfe-zubehor/3754520/
Sind auch nicht sooo teuer, die Dinger. Ich hab im Notfall aber auch schon einfach ne neue Spitze rangelötet. Wenn man das öfter macht, löst sich nach und nach das Kunststoffteil auf und legt eine kleine Messingschraube frei.


2.2.18: Digitalmultimeter intern



Kein Digitalmultimeter hält ewig. Nach ein paar Jahren gehen sie mit schöner Regelmäßigkeit kaputt. Vielleicht steckt dahinter eine geplante Obsoleszenz? Der Controller hat vielleicht einen Zeitmesser mit einem Selbstzerstörungsmodus, natürlich ganz im Interesse des Kunden, der dann wieder ein neues, sehr genaues Gerät kaufen muss.

Eines dieser defekten Multimeter habe ich aufgehoben, weil ich anders nicht an diese einlötbaren 4mm-Buchsen kommen kann. Ganze Generationen sahen ähnlich aus. Diese Platine stammt von 2002. Viele Metallschichtwiderstände mit 1% sorgen für geringe Toleranzen. Für den 10A-Bereich gibt es einen dicken Widerstandsdraht.




Auf der Rückseite findet sich ein riesiger Stufenschalter aus vergoldeten Bahnen. Der Schwachpunkt waren oft die Schleifer des Schalters. En anderer die Gummikontakte zum LC-Display.




Kürzlich habe ich ein neues Multimeter bekommen und wollte nun vergleichen, wie es innen aussieht. Und siehe da, alle Widerstände sind jetzt SMD. Der Schalter ist kleiner geworden, genau wie die ganze Platine. So spart man Kosten, aber das Ergebnis muss nicht schlechter sein. Manches scheint sogar verbessert zu sein. Der 10A-Shunt ist hitzefest isoliert. Und zwei Polyswitch-Sicherungen schützen das Gerät vor Fehlern. 


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