Weiterverwendung alter Solarzellen        

von Ulli Kainka               
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Es fallen immer mal wieder alte Solarzellen an, die z. B. von Garten-Solarleuchten stammen. Die Garten- Solarleuchten sind nämlich oft billig gemacht. Irgendwann kommt Regenwasser ins Innere und die Geräte streiken. Oder sie werden ausgemustert weil sie unansehnlich geworden sind. Mit der Zeit hat sich auf diese Weise bei mir eine Anzahl alter Solarzellen angesammelt. Hier sind drei einfache Beispiele gezeigt, was man damit noch machen kann.


Beispiel Beleuchtung

Für mein Gartenhaus, das keinen Netzstrom hat, habe ich mir eine einfache Beleuchtung gebaut. Dazu musste ich nur das Leuchtelement mit einem Kabel verlängern und dabei die Polung beibehalten. Der Ausgangsplunkt war ein Modul von einem Solar Lampignon, das noch gut funktionierte



Ausgangsmaterial, Modul eines ausgedienten Solar Lampignons





Außeninstallation des Moduls, ohne Leuchtelement

Innen baumelt das Leuchtelement, bestehend aus drei LEDs, am Kabel von der Decke. Wenn ich abends etwas im Gartenhaus nachsehen möchte, schalte ich die Innenbeleuchtung an dem Schalter an, der unter dem Modul angeordnet ist.
 


So sieht es bei Tag und nachts aus


Beispiel Akkus laden

Aus einer anderen Gartenleuchte wurde ein Ladegerät für zwei AA Akkuzellen. Einiges konnte von der alten Gartenleuchte wiederverwendet werden:
Die Solarzelle mit Edelstahleinfassung und die Batteriehalterung für zwei AA- Zellen.










Die Schaltung ist sehr einfach. Die Diode verhindert, dass sich die Akkus im Dunkeln wieder „rückwärts“ über die Solarzelle entladen. Die Solarzelle ist zwar auch eine Art Diode, aber mit zu geringem Sperrwiderstand. Der Taster stellt zusammen mit dem Lautsprecher ein kleines Extra dar: Bei Sonnenbestrahlung der Solarzelle kann man damit prüfen ob die Akkus gut eingelegt sind. Drückt man bei sonnenbeschienener Solarzelle den Taster, dann ist ein Knacken im Lautsprecher die Bestätigung, dass die Akkus guten Kontakt in der Halterung haben. Die Solarzelle gibt bei voller Sonne 5 V Leerlaufspannung ab und 80 mA Kurzschlussstrom, daraus ergeben sich 62 Ohm Innenwiderstand. Damit erhält man den Ladestrom des Akku- Laders:
I = (5 V – 0,7 V – 2 * 1,2V) / 62 Ohm = 30 mA

Mit 0,7 V: Spannungsabfall an der Diode und 1,2 V Spannung einer Akkuzelle

Man muss sich also auch im Sommer einige Tage gedulden, bis die Akkus wieder aufgeladen sind. Natürlich ist es wichtig, dass das Ladegerät im Freien ist und möglichst viel „senkrechte Sonne“ sieht. Im Haus gibt es den Nachteil, dass Fensterscheiben einiges von der Sonnenenergie abschwächen.


Beispiel: UKW Radio

Zwei von den im Beispiel „Akku- Lader“ verwendeten Solarzellen habe ich an ein altes Kofferradio angeschlossen, da wo sonst die Batterispannung anliegt.





Dieses Beispiel habe ich einfach ausprobiert. Das Radio braucht normal 9 V. Die beiden Solarzellen in Reihe geschaltet liefern 10 V Leerlaufspannung. Ich vermute, unter der Belastung durch das Radio fällt die Spannung ab, vielleicht auf 7 V. Das Radio funktioniert damit, wenn die Sonne schön auf die Solarzellen scheint. Für den Kassettenrecorder reicht die Leistung aber nicht aus. Also nur Radio hören. In meinem Fall geht das ganz gut und man kann sogar ausreichend laut stellen. Noch besser klappt es mit Kopfhörer, damit macht es besonders viel Spaß. Wenn mal eine Wolke kommt, ist kurz Pause. In diesem schönen Sommer (2018) habe ich das Radio mehrmals benutzt, wenn ich am Sonntag im Garten ausruhen wollte. Noch komfortabler wäre es wenn man noch eine Diode und einen Akku spendiert (wie beim Beispiel „Akku- Lader“). Aber so weit bin ich noch nicht. Ich hör lieber direkt „auf Sonne pur“.



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