Kurzwellenampfänger mit den CD2003       

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Wie kann man einen möglichst einfachen Kurzwellen-Empfänger bauen, das war die Ausgangsfrage. Am einfachsten ist ein Direktmischer. Einen Direktmischer mit einem CD2003 habe ich zuletzt in meinem FT8-Transceiver eingesetzt. Das IC wird auch in meinem Fledermaus-Detektor als Direktmischer eingesetzt. Und ich habe es mal seinem ursprünglichen Zweck entsprechend als AM/FM-Radio verwendet. Den integrierten Empfänger CD2003 gibt es bei Modul-Bus sowohl im DIL-Gehäuse als auch als SMD-Baustein. Ich konnte gerade keinen finden und habe ihn deshalb aus einer Fledermaus-Platine ausgebaut. Auf der Adapterplatine war noch Platz, und deshalb wurde auch gleich ein Audioverstärker LM386 aufgelötet.

Der Plan ist, dass ein möglichst universeller Empfänger daraus werden soll. Im ersten Ansatz wird ein Drehko zur Abstimmung verwendet. Es brauchte nur ein keramisches ZF-Filter, um auch einen normalen AM-Empfänger aufzubauen. Damit hat man eine gute Trennschärfe und die automatische Verstärkungsregelung des Empfängers. Mit dem Endverstärker und einer externen Lautsprecherbox bekam die Kurzwelle einen wunderbaren Klang. Und es braucht nur einen Umschalter in Form eines Jumpers, um auch einen Direktmischer für den Empfang von CW und SSB daraus zu machen.




Für die ersten Versuche ist die Drehko-Abstimmung gerade richtig. Aber die genaue Abstimmung für SSB und CW ist damit schwierig. Ich konnte zwar CW und SSB im 40m-Band empfangen, aber für eine genaue Abstimmung müsste ich eine Bandspreizung einbauen. In einer späteren Ausbaustufe soll auch ein PLL-VFO mit dem SI5351 eingesetzt werden, wie ich es auch beim FT8-Transceiver  gemacht habe. aber diesmal soll der 3 Kanal HF-Generator von Modul-Bus mit dem SI5351 und einem Tiny85 verwendet werden, den man auch mit einem Encoder bedienen kann. So hat man alle Möglichkeiten von der Drehkobstimmung bis zum Betreib mit einem PC. Als Fernziel will ich versuchen, auch den KW-Superhet mit ZF-Filter mit einem BFO auszustatten, der über einen Kanal des HF-Generators gebildet werden sollte.

Bei den ersten Versuchen mit Drehkoabstimmung wird auch der Eingangskreis mit abgestimmt. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen. Wenn HF vom Oszillatorkreis zu stark in den Eingangskreis einkoppelt, kann dies den Vorverstärker und den Mischer im CD2003 verstopfen. Nur noch starke Sender kommen dann durch, mit Verzerrungen in den Übergängen. Weil ich mit einer langen Antenne arbeite und ohnehin zu viel HF am Eingang liegt. habe ich einfach den Eingangskreis mit einem Widerstand von 100 Ohm stark bedämpft. Die Antenne wird jetzt über 47 pF direkt ans heiße Ende des Kreises gekoppelt. Damit ist das Problem provisorisch gelöst. Der genaue Abgleich des Eingangskreises ist nicht mehr nötig, und die Empfindlichkeit des Empfängers passt zur Außenantenne.

Noch weitere Aufgaben sind zu lösen. Derzeit ist der Empfänger in der Betriebsart AM sehr laut, aber als Direktmischer sehr leise, weil der ganze ZF-Verstärker umgangen wird. Der LM386 kann aber in seiner Verstärkung um 20 dB angehoben werden. Das soll mit einem Jumper wählbar eingebaut werden. Ein anderes Problem im AM-Bereich ist, dass die Verstärkung auf leeren Frequenzen zu stark hochgeregelt wird. Da könnte ein Poti helfen, mit dem man die ALC beliebig vorspannen kann, um das Hintergrundrauschen zwischen den Stationen zu reduzieren. So etwas gibt es bei meinem Kurzwellen-Transceiver TS-520S, und ich benutze es gern, um das Hochlaufen des Rauschens in SSB-Sprachpausen zu unterdrücken.

Mein Fernziel ist die Entwicklung einer Platine, die all diese Optionen erlaubt, und mit der jeder seinen Wunschempfänger auf der Basis des CD2003 bauen kann. Ich stehe noch ganz am Anfang, sodass es sich nicht lohnt, ein Schaltbild zu zeichnen. Vorläufig möchte ich nur auf das Schaltbild aus dem Datenblatt verweisen, das einen ganz normalen AM/FM-Empfänger zeigt. Daran kann sich jeder bei eigenen Experimenten orientieren.


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