Gitarren Verzerrer-Projekt mit Röhre      

      von Werner Hanspeter Frick 

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In der Suche nach dem für mein Empfinden besten Verzerrer für Gitarren habe  ich mit der Schaltung aus dem Buch Röhren-Projekte von 6 bis 60 Volt (Seite 66) von Burkhard Kainka experimentiert.



Meine Vorgaben:
Keine Halbleiter: Ich habe mit Germanium- und Silizium Dioden und Transistoren aus den Sixties unzählige Versuche gemacht. Sound ok, aber kommt leider nicht an einen verzerrenden Röhren Verstärker ran. Die Nachteile bei diesem sind die benötigte grosse Lautstärke und die dadurch vorhandenen hohen Spannungen und Ströme. Die kleinere Lautstärke habe ich mit einem antiken und von mir modifizierten Bogen Sound System Verstärker aus New York erreicht. Mit einer Power-Soak Schaltung am Ausgang kann ich die Lautstärke um bis zu einem zweistelligen dB Wert absenken und so die erwünschte Verzerrung bei kleiner Lautstärke erzielen.



Meine Idee war aber ein Effekt Pedal zu bauen mit Röhrensound und ganz ohne Halbleiter um dieses an meinen anderen Verstärkern zu betreiben. Es gab (seltene und teure) Batterie Röhren mit kleinem Heizstrom und niedriger Anodenspannung. B. Kainka brachte mich auf die Idee seine 2-stufige Röhren NF Verstärker Vorstufenschaltung Schaltung zu modifizieren. Ich habe die beiden Stufen in der Reihenfolge umgekehrt. Andere Anoden- und Gitterwiderstände getestet. Zum Schluss aber wieder exakt seine Schaltung eingesetzt aber mit 9.6 Volt Anoden- und Heizspannung, anstelle von 12.6 Volt (im Schema UB=Ua1=Ua2=9,6Volt). Ergebnis: Die allerbeste Verzerrer Schaltung die ich je gebaut habe. Ich denke die 'falsche' Heizspannung kombiniert mit der Übersteuerung vom Gitarren Volume Regler bringt für mich den richtigen Sound. Interessant ist die (erwünschte) Sättigung der Schaltung bei Übersteuerung welche vor allem bei den Bass-Saiten einen sehr willkommenen Tremolo Effekt ergibt. Ich verwende eine Langlebe-Militärische E81CC von Siemens, von denen ich noch etwa 40 Stück besitze. Diese Schaltung ist jetzt in einem selbstgebauten Gitarrenpedal eingebaut . Ich habe auf alle Einstell-Regler auf dem Pedal verzichtet, weil ich an der Gitarre mit dem Volume Regler den Verzerrungsgrad Live einstellen kann und ich keine andere ‘Zerr-Varianten’ benötige.



Als Speisung verwende ich ein 9.6Volt/200mA Electro-Harmonix Stecker-Netzteil, welche im Pedal drinnen mit einem 4700uF 16Volt Siebkondensator nochmals geglättet wird.Mittlerweile gibt es auch fertige Röhren Verzerrer Pedals für relativ viel Geld zu kaufen. Ich bedanke mich herzlichst bei Burkhard Kainka der mich mit faszinierenden Ideen als ‘röhrigen’ Mitdenker auf diese Idee gebracht hat.





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