Elektronik-Labor
Notizen Projekte Labortagebuch
15.4.26
Hochspannung
Immer wenn ich eine durchgebrannte Halogenlampe in die Finger
bekomme, kann ich es nicht lassen, sie mit Hochspannung wieder in Gang
zu setzen. Hier verwende ich einen defekten Lichtbogen-Kerzenanzünder.
Im Inneren der Lampe entsteht ein Lichtbogen mit starker UV-Strahlung.
Der Quarzglas-Kolben wird dadurch zu einer grünlichen Fluoreszenz
angeregt.
8.5.26:
Überspannung am Mikrocontroller
Ein Kollege hat mir mal sein selbstgebautes Netzteil mit
Spannungseinstellung über ein Poti gezeigt. Mein Kommentar war, eines
Tages wirst du versehentlich einen Controller mit Überspannung braten.
Das ist auch tatsächlich dann mal passiert. Mein aktuelles Netzteil
wird digital eingestellt, indem ich Zehner, Einer oder die
Nachkommastellen der Spannung getrennt auswähle. Zumindest kann ich
damit die Spannung nicht versehentlich ändern.
Aber heute Morgen war ich noch nicht ganz ausgeschlafen und wollte
einen Holtek-Controller aus dem Spielekalender testen. Ich habe mich
zuerst nur über die große Helligkeit der LEDs gewundert und dann erst
auf die Spannungsanzeige am Netzteil geschaut. Sie stand noch vom
Vortag auf 9 V. Schnell zurück auf 5 V, nichts passiert. Ich
hätte mich nie getraut, den Controller absichtlich mit 9 V zu testen.
Gegen alle Erwartungen hat er die Überspannung überstanden. Aber das
war ein Weckruf: Erst hinschauen, dann anschließen!
1.5.26:
Silizium löten
Manchmal baue ich nur aus Neugier Bauteile aus Schrottplatinen aus.
Kürzlich ist mir aufgefallen, dass das in einigen Fällen auch ohne
Löten geht. Eine Leistungsdiode kann man oft auch mit der Zange fassen
und seitlich aus der Verlötung drehen. Aber diesmal kam eine SMD-Diode
ohne Anschlüsse dabei heraus. Es war mal eine Diode für ca. 1 A. Mich
hat immer schon interessiert, wie die Kontaktierung des Si-Kristalls
gemacht wird. Mit der Zange konnte ich den Anodenanschluss absprengen.
Jetzt sieht man eine großflächige Verlötung. Ob das wohl ein Lötzinn
mit besonders niedrigem Schmelzpunkt war? Ich habe das Anodenplättchen
auf den aufheizenden Lötkolben gelegt und die Lötstelle mit der Lupe
beobachtet. Mein Eindruck war, dass der Schmelzpunkt nahe 200 Grad lag.
Beim gleichen Test mit der Kathodenseite ist plötzlich der ganze
Si-Chip abgefallen. Das war meine Chance! Endlich mal einen Si-Chip
selbst anlöten!
Mit ganz normalem Lötzinn konnte ich zwei dünne Litzenkabel anlöten.
Und tatsächlich habe ich jetzt wieder eine voll einsetzbare Diode.
Nicht wirklich wichtig, aber interessant.