1.5.26:
Silizium löten
Manchmal baue ich nur aus Neugier Bauteile aus Schrottplatinen aus.
Kürzlich ist mir aufgefallen, dass das in einigen Fällen auch ohne
Löten geht. Eine Leistungsdiode kann man oft auch mit der Zange fassen
und seitlich aus der Verlötung drehen. Aber diesmal kam eine SMD-Diode
ohne Anschlüsse dabei heraus. Es war mal eine Diode für ca. 1 A. Mich
hat immer schon interessiert, wie die Kontaktierung des Si-Kristalls
gemacht wird. Mit der Zange konnte ich den Anodenanschluss absprengen.
Jetzt sieht man eine großflächige Verlötung. Ob das wohl ein Lötzinn
mit besonders niedrigem Schmelzpunkt war? Ich habe das Anodenplättchen
auf den aufheizenden Lötkolben gelegt und die Lötstelle mit der Lupe
beobachtet. Mein Eindruck war, dass der Schmelzpunkt nahe 200 Grad lag.
Beim gleichen Test mit der Kathodenseite ist plötzlich der ganze
Si-Chip abgefallen. Das war meine Chance! Endlich mal einen Si-Chip
selbst anlöten!
Mit ganz normalem Lötzinn konnte ich zwei dünne Litzenkabel anlöten.
Und tatsächlich habe ich jetzt wieder eine voll einsetzbare Diode.
Nicht wirklich wichtig, aber interessant.