Labortagebuch Juli 2026

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27.7.26: PIXMOB-Platine



Meine Nichte Leonie war auf einem Pop-Konzert, bei dem die Besucher Pixmob-LED-Armbänder bekamen, die offensichtlich von der Bühne aus gesteuert wurden. Dadurch entstehen synchrone Leuchtfelder im Publikum. Üblich sind Sammelbehälter, um die verbrauchten Armbänder am Ende wieder einzusammeln. Leonie wusste aber genau, dass ihr Onkel sowas braucht. Und so könnte ich nun nachsehen, wie das alles funktioniert.

Auf der Platine gibt es zwei Dreifarben-LEDs und einen Mikrocontroller. An der unbeschrifteten Oberseite und der Lage der GND- und VCC-Anschlüsse kann ich erkennen, dass es vermutlich einer von diesen 3-Cent-Controllern von Padauk ist. Außerdem gibt es einen Infrarot-Empfänger für die Steuerung der Funktionen. Die Batterien waren schon leer, aber wenn ich die Platine an 5 V lege, erscheint eine wiederholende Leuchtsequenz mit unterschiedlichen Farben und mit an- und abschwellender Helligkeit




Tatsächlich haben sich schon einige Leute erfolgreich bemüht, die Teile über IR selbst anzusteuern. Ein Beispiel findet man in Github: https://github.com/danielweidman/flipper-pixmob-ir-codes


22.7.26: Babyphon auf 40 MHz



Sender und Empfänger eines Babyphones kamen defekt zu mir. Die Geräte haben zwei Kanäle, und auf dem Typenschild stand  40,687 MHz und 40,69 MHz. In diesem Bereich habe ich zuerst vergeblich nach einem Signal gesucht. Dann kam ich dahinter, dass der Sender sich erst einschaltet, wenn ein Geräusch erkannt wurde. Irgendwas funktioniert also noch. Dann habe ich mir den Empfänger genauer angesehen. Erkennbar war eine ausgelaufene Batterie, die auch ein Anschlusskabel vom Batteriekasten durchgeätzt hatte. Aber es gab auch ein Netzteil, und damit hat alles funktioniert. Im Empfänger arbeitet ein MC3361, der  laut Datenblatt üblicherweise als FM-ZF-Stufe mit Demodulator eingesetzt wird, aber bis 60 MHz arbeiten kann. Er verarbeitet hier direkt das Antennensignal. Es gibt zwei umschaltbare Quarze und  Keramikfilter auf 455 kHz.



Das Datenblatt von NXP zeigt, wie man den MC3361einsetzen kann. Zusätzlich war auf der Platine auch noch eine komplexe Steuerung für eine Zweifarben-LED, die wohl eine gestufte Meldung je nach Umfang der Geräusche anzeigen sollte.




13.7.25: Ein alter Antennenverstärker



Auf dem Dachboden habe ich einen Antennenverstärker abgebaut, der schon lange nicht mehr in Betrieb war. Interessant sind die beiden Platinen mit gedruckten Spulen und die Abstimmmöglichkeit mit verbogenen Blechelementen.

Vor einigen Jahren gab es mal einen Blitz-Einschlag vermutlich in diese Antenne, der viel im Haus zerstört hat. Aber im Verstärker konnte kein defektes Teil entdeckt werden. Der Blitzstrom muss wohl über die Masseverbindung des Antennenkabels geflossen sein. Weiter unter hat es aber noch für ein Loch in der Wand mit herausgesprengtem Putz gereicht. Dort ist der Blitz auf das Heizungsrohr übergesprungen.




Auf einer der Platinen erkennt man den eigentlichen Breitbandverstärker. Zumindest der etwas größere Transistor am Ausgang ist nach meinen Messungen noch brauchbar.



Am Verstärker gab es verschiedene steckbare Abschwächer. Den für 12 dB habe ich geöffnet. Die innere Patrone enthält drei Widerstände: 150 Ohm vom Eingang zum Ausgang und jeweils 120 Ohm an beiden Seiten nach Masse.


Ein defektes Ladegerät


An einem der heißesten Tage der letzten Hitzeperiode hat mein 5V/2A-Ladegerät Probleme bekommen. Es wurde fürchterlich heiß und hat sogar schon eine Verformung am Gehäuse gezeigt. Ich habe es sofort vom Netz getrennt. Und jetzt wollte ich wissen, was da passiert ist und habe das Gehäuse geöffnet.



Der Hitzeschaden lag genau im Bereich des Schalttransistors im Spannungswandler. Aber deutlich ist auch erkennbar, dass die Netzspannungs-Elkos unter Druck standen und sich aufgebläht haben. Im Gehäuse konnte ich sogar Flüssigkeitströpfen sehen, was bedeutet, dass der Elektrolyt die Überdruck-Sollbruchstelle verlassen hat. Auch auf der Platine konnte ich etwas von der Flüssigkeit finden. Die beiden Elko am Ausgang scheinen es gut überstanden zu haben. Der rote ist vermutlich ein Alu-Polymer-Elko (22.7.24: Polymer-Elkos), der erhöhte Ripple-Ströme aushält.


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