Strom- und Solar-Check


                               
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Die Energiegewinnung aus Wind und Sonne wird immer wichtiger. Schon vor vielen hundert Jahren baute man Windmühlen, die mit der Kraft des Windes das Korn gemahlen haben.  Und auch die Energie des Sonnenlichts wurde immer schon genutzt, um etwas zu wärmen oder zu trocknen. Heute sieht man die großen Windkraftanlagen mit ihren langen Flügeln und Solaranlagen auf Feldern oder Dächern.

Dein Bausatz besteht aus einem Windmühlen-Modell mit Motor, Solarzelle und einer elektronischen Schaltung mit Kondensator-Energiespeicher und Leuchtdiode. Du kannst den Motor mit der Energie des Sonnenlichts betreiben und das Windrad drehen lassen.  Oder du kannst die elektrische Energie am Tag speichern und in der Nacht für die LED-Beleuchtung nutzen. Dazu kommen viele Experimente, in denen du die Energie schneller oder langsamer verbrauchst.
 


Der Motor wird mit Lichtenergie angetrieben

Die ersten Versuche sollen noch ohne das Windmühlen-Modell durchgeführt werden, damit du jetzt schon die wichtigsten Dinge testen kannst.Verbinde also die Platine mit der Solarzelle und dem Motor. Achte auf die Beschriftungen „Motor“ und „Solar“ auf der Platine. Die Kabel können nicht falsch herum aufgesteckt werden, denn sie haben an einer Seite eine kleine Nase, die sonst anstößt. Stecke den rechten Jumper in die Position 6 (ganz rechts). Damit hast du den Motor mit der Solarzelle verbunden. Wenn gerade die Sonne scheint, lege alles an einen sonnigen Platz. Der Motor beginnt zu laufen. 



LED-Licht mit gespeicherter Energie

Bei diesem Versuch, spielt es keine Rolle, ob die Sonne scheint, denn genügend Energie ist schon in deinem Speicherkondensator vorhanden.  Stecke nun den linken Jumper in die Position 1 (ganz links), der rechte Jumper kommt wieder auf seinen Parkplatz. Die grüne LED leuchtet hell auf. Auch wenn es ganz dunkel ist, kannst du mit diesem Licht schon ein Buch lesen.




Aber Achtung, wie bei einer normalen Taschenlampe ist die Energie irgendwann verbraucht. Die LED leuchtet  immer schwächer und geht irgendwann ganz aus. Du solltest diesen Versuch deshalb nach wenigen Minuten beenden.

Stecke den Jumper nun eine Stelle weiter rechts (Position 2). Die LED leuchtet auch, ist aber weniger hell. Damit verbraucht sie weniger Energie, und der Speicher bleibt länger voll. Noch ein Schritt weiter nach rechts (Position 3) macht die LED noch schwächer. Das Licht reicht aber immer noch aus, um es deutlich zu erkennen. Du kannst also in dieser Stellung schon sehen, ob der Speicher noch gut geladen ist.

Der Motor läuft mit gespeicherter Energie

Bist du sparsam genug mit der gespeicherten Energie umgegangen? Dann könnte noch genügend übrig sein, um den Motor damit zu betreiben. Allerdings braucht er sehr viel mehr Strom als die LED. Deshalb kann der Versuch nur kurz funktionieren. Stecke also die Jumper in die Positionen 1 und 4. Die LED leuchtet hell, und der Motor läuft. Allerdings wird er schnell langsamer und bleibt dann stehen. Am Ende fließt immer noch etwas Strom durch den Motor, der allerdings nicht mehr für eine Drehung der Achse ausreicht. Deshalb musst du möglichst schnell den Jumper 4 abziehen, um nicht unnötig weitere Energie zu verschwenden.




Neues Aufladen

Wenn nur noch wenig Energie im Kondensator vorhanden ist, muss er mit viel Sonnenlicht neu aufgeladen werden. Du solltest dazu beide Jumper in ihre Ruheposition stecken. Und dann lege alles an einen sonnigen Platz am Fenster oder im Freien. Wenn möglich, richte die Solarzelle nach der Sonne aus, um möglichst viel Energie einzufangen. Es dauert etwa zwei Stunden bei vollem Sonnenlicht, bis der Speicher voll ist. Längeres Laden schadet nicht, der Kondensator kann nicht überladen werden.




Aufbau der Windmühle

Die Holzteile können einfach zusammengeklickt werden.  Auch wenn die Verbindungen am Anfang noch etwas locker erscheinen, ist das gesamte Modell am Ende auch ohne Leim ausreichend stabil. Befestige dann die Platine an der Rückwand. Verwende dazu die beiden Schrauben. Sie sollen nicht fest angezogen werden, sondern nur so weit, dass die Platine nicht mehr wackelt.







Etwas Elektronik

Auf deiner Platine gibt es fünf verschiedene Bauteile. Wenn es dich interessiert, wozu sie dienen, findest du hier die wichtigsten Informationen. Wenn dir das zu kompliziert ist, auch kein Problem, denn es gibt ja viele Dinge, die wir nicht genau verstehen, aber trotzdem verwenden.

Das Schaltbild zeigt mit Symbolen für die einzelnen Bauteile, wie alles verbunden ist. Wenn du genau hinsiehst, kannst du einige der Verbindungen auf der Platine als etwas hellere Linien erkennen. Da gibt es Kupferleitungen, die unter dem Schutzlack durchscheinen.


 
Die Diode BAT43 funktioniert als elektrisches Ventil, das den Strom nur in einer Richtung hindurchlässt. Sie wurde eingebaut, damit die Solarzelle den Kondensator nur aufladen, aber nicht entladen kann.

Die Leuchtdiode (LED) ist auch eine Diode. Der Strom kann deshalb nur in einer Richtung fließen. Deshalb wurde beim Zusammenbau genau darauf geachtet, dass die LED richtig herum eingesetzt wurde. Wenn ein Strom von 1 mA  durch die LED fließt, hat sie eine Spannung von ungefähr 2 V. Wenn sie mit viel kleinerem Strom betrieben wird, beträgt die Spannung immer noch fast 2 V.

Die drei Widerstände auf der Platine bestimmen die Helligkeit der LED. Sie bestehen aus isolierenden Stäbchen, auf denen eine dünne Kohleschicht aufgetragen ist, die den Strom schwächer leitet als ein Draht. An den Enden sich Drähte angebracht. Dann wurde alles lackiert und zum Schluss mit Farbringen versehen, die Zahlen bedeuten. Der mittlere Widerstand trägt zum Beispiel die Farben Gelb, Violett, Rot und Gold. Die ersten drei meinen die Ziffern 4, 7, 2. Dabei steht die Zwei für zwei Nullen. Insgesamt liest man also 4700 Ohm, das sind 4,7 kΩ. Der goldene Ring bedeutet, dass dieser Wert mit einer Genauigkeit von 5% eingehalten wird.

Ein Kondensator besteht aus zwei Metallfolien und einer Isolierung dazwischen. Wenn man eine elektrische Spannung anlegt, entsteht eine elektrische Anziehungskraft zwischen den Folien, und es wird Energie gespeichert. Je größer die Fläche der Folien ist und je kleiner ihr Abstand ist, desto größer ist die Kapazität. In deinem Lithium-Ionen-Kondensator wurden alle Tricks der modernen Forschung angewandt, um die Fläche zu vergrößern und den Abstand zu verkleinern. So wurde die große Kapazität von 15 F erreicht. Der Kondensator darf nur in einer Richtung eingebaut werden. Der schwarze Strich markiert den Minuspol. Wichtig ist bei diesem Typ auch noch, dass seine Spannung immer im Bereich 2,5 V bis 3,8 V bleibt.

Der Transistor BC557B ist ein Bauteil mit drei Anschlüssen. Die Anschlüsse heißen Emitter, Basis und Kollektor, kurz E, B und C. Das C kommt daher, weil der Kollektor auf Englisch collector heißt. Innen gibt es zwei Dioden zwischen B und E und zwischen B und C. So wie der Transistor eingebaut wurde, leitet die Diode zwischen B und E den Strom durch die LED und den verwendeten Widerstand. Dabei liegt zwischen Emitter und Basis eine Spannung  von 0,5 V bis 0,6 V.  Zusammen mit der Spannung der LED kommt man auf etwa 2,5 V. Wenn der Kondensator einmal bis auf 2,5 V entladen wurde, fließt fast kein Strom mehr, sodass er nicht weiter entladen wird und so vor zu kleiner Spannung geschützt wird.

Der Transistor ist zugleich auch ein Verstärker. Wenn du den Motor über den Jumper 4 anschließt, soll ja auch die LED mit dem Jumper 1 eingeschaltet werden. Dann fließt am Anfang ein Strom von 1 mA durch die Basis des Transistors. Der Transistor verstärkt den Strom, sodass ein ausreichend großer Strom durch den Kollektor und den Motor fließt. Auch hier funktioniert der Schutz für den Kondensator. Wenn die Spannung bis auf fast 2,5 V gefallen ist, wird der Strom durch die LED und die Basis so klein, dass er auch mit Verstärkung nicht mehr für den Motor ausreicht. Der Motor wird also elektronisch abgeschaltet, wenn die Kondensatorspannung nicht mehr ausreicht.

So arbeiten viele Teile zusammen, um die Energie der Sonne gut zu nutzen. An der Rückwand deiner Windmühle hilft diese Schaltzentrale, den Strom über die richtigen Wege zu leiten. Und du bestimmst, wie die gewonnene Energie eingesetzt werden soll.





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