Die Vorgeschichte
Der Conrad Elektronik-Adventkalender 2021 war der letzte in einer
langen Serie, die Franzis gemacht hat. Im Mittelpunkt stand dieses CMOS-IC, ein sechsfacher
Inverter mit Schmitt-Trigger-Eingängen. Alle Versuche aus dem Kalender
findet man hier:
https://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/Kalender21/Conrad21.htm
Bei jedem neuen Kalender war die Spannung bei Franzis groß. Wird alles
gut laufen, werden wir viele Fehlermeldungen bekommen, werden viele
Bauteile kaputt gehen? Da war es üblich, dass Bauteile verschickt
wurden, wenn etwas nicht funktioniert hat. Und deshalb gab es in diesem
Jahr einen stattlichen Vorrat an CD40106 im DIL-Gehäuse, aber kaum
einen Bedarf vonseiten der Anwender. Die Bauteile lagen dann lange herum und sind jetzt bei
mir gelandet. Kann ja nicht schaden, dachte ich, wer weiß, was damit
noch anzufangen ist. Und jetzt habe ich mir die Versuche aus dem
Kalender nochmal angesehen und überlegt, was außerdem noch möglich ist.
Sechs Inverter sind schon gut einsetzbar. Und Schmitt-Trigger bieten
eine besondere Chance. Man braucht nur einen Widerstand und einen
Kondensator, um einen Rechteckgenerator zu bauen. Bis zu sechs Blinker,
Tongeneratoren, Testgeneratoren in einem IC! Vgl. Tag 11 und 12 im Kalender.
Bei diesen Versuchen setze ich oft das
TestLab
ein, weil es zum
minimalistischen Ansatz passt: Spannende Experimente mit geringstem
Hardware-Aufwand. Alles geht auch mit ganz anderen Messgeräten oder
auch ohne Messungen. Und auch der CD40106 ist ersetzbar. Vieles kann
auch mit anderen ICs wie z.B. dem CD4093 probiert werden. Oder man
übernimmt nur die Grundidee und realisiert sie ganz anders. Spielerisch
Forschen, oft kommt dabei etwas ganz anderes heraus, als ursprünglich
geplant.
Messungen mit dem TestLab
Zuerst wurde in einfacher Rechteckgenerator gebaut. Hier eine
Zweikanalmessung an 1 und 2. Man kann erkennen, dass die Umschaltpunkte
bei 35% und 65% der Betriebsspannung liegen. Am Kondensator entsteht
ein Dreiecksignal, am invertierenden Ausgang ein Rechtecksignal. Das
Rechteck ist oben und unten etwas angeschrägt. Daran erkennt man die
Belastung durch den Ladewiderstand von 10 k. Die Innenwiderstände der
Ausgangstransistoren sind also nicht sehr klein. Mit dem Ohmmeter
konnte ich ca. 400 Ohm messen. Mit steigender Betriebsspannung wird der
Ausgang niederohmiger.
Wenn ich den ersten Ausgang (Punkt 2) mit einer grünen LED mit
internem Widerstand von 1 k belaste, sinkt die Ausgangsspannung um ca.
1 V ein. Der Anstieg der Kondensatorspannung wird dadurch verlangsamt,
und das Rechtecksignal ist nicht mehr symmetrisch.
Dagegen hilft ein Puffer, der aus zwei weiteren Invertern gebildet
wird. Am Ausgang erhält man ein perfektes Rechtecksignal mit 0 V und 5
V. Unter Belastung sinkt die Ausgangsspannung auch hier ein, aber das
Signal bleibt symmetrisch.