15.6.26:
Eine Solar-Lichterkette
Vielfach sieht man solche Solar-Lichterketten mit blinkenden
LED-Mustern. Eine solche hing lange am Treppengeländer zum Garten, was
in dunkler Nacht manchmal hilfreich war. Allerdings gab es da mehrere
nervige Blinkprogramme, die man mit einem Taster umschalten konnte. Nur
ein Programm gab Dauerlicht, aber am nächsten Tag konnte sich das schon
wieder selbst umgestellt haben. Jetzt war das Gerät defekt, und ich war
nicht traurig darüber.
Natürlich wollte ich wissen, warum es nicht mehr funktionierte. Innen
gab es diese kleine Platine mit dem üblichen Solarleuchten-IC mit vier
Beinchen und einer Festinduktivität, aber zusätzlich noch ein IC mit
acht Beinchen und der Beschriftung ANA6518. Man findet es im Internet,
aber ein Datenblatt habe ich nicht gesehen. Zwei Ausgänge des ANA6518
sind direkt mit der Lichterkette verbunden, bei der jede zweite LED
anders gepolt eingelötet ist. Das IC kann die Spannung also beliebig
polen und die beiden LED Gruppen separat einschalten oder auch mit
PWM-Impulsen treiben.
Der kleine Stepup-Wandler von 1,2 V auf die LED-Spannung treibt diesmal
nicht direkt die LEDs, sondern seine Spannung wird gleichgerichtet und
lädt einen kleinen Elko. Parallel zum Elko gibt es eine Zenerdiode. Und
da lag das Problem. Durch eingedrungene Feuchtigkeit war ein Beinchen
des Elkos durchgerostet. Die induktiven Impulse des Wandlers haben dann
die Zenerdiode gekillt, die sich jetzt nur noch wie ein Widerstand mit
wenigen Ohm verhält. Damit hat der Controller keine Betriebsspannung
mehr.
Zum Test habe ich den Elko tiefer wieder eingelötet, die Zenerdiode
entfernt und einen kleinen Li-Akku mit Vorwiderständen angeschlossen.
An die Ausgänge kamen zwei antiparallele LEDs. Jetzt nervt, äh… blinkt
er wieder. Ich kann auch wieder mit dem Taster die Programme wechseln
und in Ruhe am Oszilloskop untersuchen, was da abläuft. Dabei sind auch
weiche PWM-Übergänge.
Das Datenblatt
Dank an Alfred Altner und Christoph Winter, die beide das
Datenblatt gefunden haben. Sogar eine Übersetzung habe ich nun bekommen:
ANA6518_d.pdf
Im Datenblatt gibt es dieses Schaltbild, das sehr gut zu meiner Platine passt.
1.6.26:
Eine Variometer-Spule
Vor längerer Zeit
habe ich mal aus einem alten Poti dieses Variometer gebastelt. Jetzt ist es mir
beim Aufräumen aufgefallen. Zwei Spulen sind in Reihe geschaltet. Die drehbare
Spule in der Mitte liegt je nach Winkel in der gleichen Wickelrichtung oder
entgegengesetzt.
Sieht doch
eigentlich ganz gut aus, müsste funktionieren, dachte ich. Aber das Teil war
offensichtlich nie zum Einsatz gekommen. Also habe ich es mal probeweise mit
einem Parallelkondensator von 150 pF verbunden und einen kleinen
Testoszillator angeschlossen Das Ergebnis war ein abstimmbarer
Oszillator von 4,88 MHz bis 5,19 MHz.
Der Online-Schwingkreisrechner
sagt, dass die Induktivität zwischen 6,27 µH und 7,09 µH verstellt werden kann.
Das ist nur ein kleiner Bereich. Um mehr zu erreichen müsste man die
Durchmesser der Spulen ähnlicher machen und der inneren Spule mehr
Windungen geben. Sehr viel dickerer Draht wäre auch nützlich, um die Verluste
geringer zu halten.